top of page

In einer Sekunde

  • 24. Juli 2025
  • 1 Min. Lesezeit

In einer Sekunde


In einer Sekunde die Seele verbrennt,

Kein Trost, keine Klage, kein Kreischen uns hilft.

Aus der Asche der Seele die Blume sich nährt,

Es wächst und gedeiht die verlockende Blüte

zur Freude der fleißigen Biene.


Der Honig, so süß, küsst die Zunge des Knaben,

Stärkt seinen Mut vor den Augen der Maid.

Noch bleibt er stumm, aber morgen

wird er sich trauen, sein Herz ihr zu weihen,

Auch wenn ihn kein Blick des Mädchens entzückt.


Er steigt erstmal ins Auto, fährt auf und davon,

Verliert die Kontrolle im Rausche des Glücks,

Kriecht aus den wertlosen Trümmern des Ichs,

Benommen, benebelt, aber sonst unversehrt.


Am Rande des Grabens steht einsam das Veilchen,

eine der wenigen Blumen, die der Volltrottel kennt.

Derweil, die Chemie spielt völlig verrückt,

Das Veilchen, brech‘ ich‘s, nehme ich‘s mit?

Es kann sich nicht wehren, kein Smartphone in Sicht.


Das Veilchen, es steht, wo es steht

Und blüht und vergeht,

So rasch und geschwind

Wie das himmlische Kind

Im ewigen Dunkel des unendlichen Alls.

Welch ein Glück für den Knaben, das Mädchen,

Für‘s himmlische Kind.


Wenn jetzt noch der Wolf kommt, ist alles zu spät.

Allein, in der einen Sekunde die Seele verbrennt!

Teilen Sie Ihre Gedanken mit uns

© 2024 The Essay Collective. Alle Rechte vorbehalten.

bottom of page