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Im Kreisel

  • vor 6 Stunden
  • 1 Min. Lesezeit


Im Kreisel


Wer nicht weiß wohin,

Kreist um die Mitte.


Unbemerkt

Fährst nur Du im Kreis,

Die Mitte ist kein Ort zum Bleiben,

Bepflanzt, bebaut, vielleicht

Hübsch anzuschauen und doch

Unerreichbar.


So viele Ausfahrten,

Die kommen und gehen,

Immer die gleichen,

Der Himmel so blau

Kein Ziel, keine Bitte,


Keine Bitte zu kommen,

Keine Bitte zu bleiben.

Im grellen Licht

Im Kreisel gefangen,

Von niemand bewacht.


Bald wird es dunkel

Und der Sprit geht zur Neige,

Panik bemächtigt sich Deiner,

Aber Hält Dich

als Entschädigung wach.


Du musst Dich entscheiden:

Bleibt nur, um die Mitte zu kreisen

Wie Jupiter, Mars und die andern?

Der Zeit weit voraus,

Warum heute schon leiden?


Wer nicht weiß wohin,

Kreist um die Mitte.

Noch vor dem Erlöschen des Lichts

Das leidige Kreisen endet,

Ohne dass das Schicksal sich wendet.


„… ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet,

ein kleines kaum begonnenes Profil,

Und manchesmal ein Lächeln, hergewendet,

ein seliges, das blendet und verschwendet

an dieses atemlose blinde Spiel …“ (Rilke, 1906)


Kein Schauen im Kreisen,

Von Nichts berührt und gerührt.

Wer nicht weiß wohin,

Kreist um die Mitte.

So bleibt man mobil.


 
 

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