Das erste Paar
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Das erste Paar
Den Ausblick genießend, verdrießlich leidend,
den Lärm der Turbinen vergeblich meidend,
das Fenster geschlossen, die Terrassentür offen,
Steht sie da draußen, ich seh‘ sie dem Absturz so nah,
bewundert, die Bewunderung fühlend genießend.
Der Vogel senkt sich schwebend auf den Boden herab,
die Reifen quietschen, dampfen, rollen aufs Terminal zu.
Was mochte sie denken im Schwall seiner Worte
irisierend, inspirierend, intrigierend oder
doch nur so hohl wie die Glaskugel gehängt an den Baum
des Lebens, müde blieb uns nur der weiße Schaum
seines lebhaften Mauls anzuschaun oder
sollen wir doch lieber schmachtend betrachten die karmesinroten Lippen,
als sie über die Schulter blickt, seine Augen suchend und findend.
Eine Schlange, die lächelt, ward selten gesehen, das denkt er
bestimmt, berauscht, bezirzt, bezwungen der Zorn, die schäumende Wut,
der Himmel so blau, undurchdringlich, verborgen die ewige Stille, verlässt ihn der Mut,
den Engel da draußen verlassen? Gefallen; der Flügel beraubt, gefällt
sie allen und jedem, vergällt ihm das Leben, ein Leben, das niemals endet,
er kennt es, sie weiß es, sie kennt es, er weiß es,
nach dem Genuss der göttlichen Frucht
keine Frage mehr offen,
nichts mehr zu hoffen,
kein Schicksal in Sicht.
Eine Schlange, die schäumt, ward selten gesehen, das denkt sie
bestimmt, der Vogel hebt ab, sie schaut ihm nach,
der Himmel so blau, undurchdringlich, verborgen die ewige Stille,
den Engel da drinnen verlassen? Gefallen; der Flügel beraubt, der vergällt
ihr das Leben, das niemals endet; sie denkt an die göttliche Frucht,
den Genuss, den sie dabei empfanden, verschmolzen
in süßer Ekstase, zu sühnen im ewigen Leben,
keine Frage mehr offen,
nichts mehr zu hoffen,
kein Schicksal in Sicht.


