Kintsugi - Der Holzuntersetzer „Schön dass Du da bist“
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Kintsugi - Der zerbochene Holzuntersetzer „Schön dass Du da bist“
„Wabi-Sabi est un concept esthétique et spirituel qui célèbre l‘ imperfection des choses.“ (Online Shop: Univers du Japon)
L'art du kintsugi, qui consiste à souligner d'or les failles d'un objet cassé au lieu de les masquer, s'inscrit dans le courant du wabi-sabi en invitant à admirer l'imperfection des fêlures de l'objet. Les bols anciens, abîmés et réparés selon la technique du kintsugi, sont particulièrement prisés, avec leurs cicatrices recouvertes d'or, où l'imperfection est mise en valeur.“ (Wikipedia)
Die Schönheit im Unvollkommenen, Vergänglichen, Unfertigen zu sehen, liegt der westlichen Tradition und Philosophie auf den ersten Blick fern. Ob wir an antike, griechische Statuen, den David von Michelangelo oder Fotos von Models, Schauspielerinnen und Schauspielern denken, Proportionen sind ausgewogen, symmetrisch, Oberflächen glatt. Der Schönheitsfleck krönt die Feier der Makellosigkeit.
Doch fremd ist es uns nicht, im Unvollkommenen und Vergänglichen Schönheit zu finden, wenn wir an mossbewachsene, abgestorbene Baumstämme in unberührter Natur oder an den pittoresken Charme alter Dörfer, restaurierte Möbel, die Tischplatte, auf deren Oberfläche die Spuren jahrzehntelangen Gebrauchs sichtbar bleiben, denken.
Wir restaurieren und reparieren Möbel, elektrische Geräte, Gegenstände, denen wir immateriellen Wert beimessen, behalten Dinge, deren Gebrauchswert sich darin beschränkt, dass wir sie schätzen und lieben, weil wir angenehme Erinnerungen damit verbinden, sentimentale Gefühle befriedigen; sie dehnen Raum und Zeit, in der wir leben, während wir uns des Vergänglichen vergegenwärtigen. Wer saß nicht schon alles an diesem Tisch, der nicht mehr unter uns weilt? Stammt diese Kerbe nicht von ihm?
Noch vor einigen Jahrzehnten reparierte man defekte Geräte, weil neue so teuer waren. Der Rohstoffeinsatz bezogen auf die Funktionalität des technischen Geräts war vergleichsweise hoch, Rohstoffe knapp, Fabriken weit weniger effizient, es brauchte viel mehr menschliche Arbeitskraft, um ein Produkt mit den gewünschten Funktionen herzustellen. Die Massenproduktion zahlreicher Produkte senkt die Kosten auf ein Niveau, die die Reparatur kostspieliger machen, als das Neuprodukt. Je teurer das Produkt, desto eher lohnt die Reparatur. Je teurer das Produkt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass viel menschliche Arbeit in die Herstellung geflossen ist.
Beim Umzug ging ein Holzuntersetzer zu Bruch, der ein oder zwei Euro gekostet hatte. Die Reparatur mit weißer Spachtelmasse dauerte nicht lange. Ob er immer noch eine Flasche tragen kann, weiß ich nicht. Im Internet kann man Kintsugi Kits für Keramik kaufen. Damit gekittete Stellen glänzen goldfarben und verleihen der reparierten Vase oder Schale neuen Glanz.
„Schön dass Du da bist“, auch wenn Du nicht perfekt bist.


