top of page

In der dinglichen Welt

  • 24. März
  • 1 Min. Lesezeit


In der dinglichen Welt


In der dinglichen Welt

das Messer über das Brot gleitet

Die Butter auf die Brotscheibe streicht

Die Marmelade auf der Fläche verteilt

Ein Mann sich das Marmeladenbrot einverleibt


In der dinglichen Welt

Der Hammer den Nagel trifft, der in der Wand stecken bleibt

Die Axt den Baum, der beim zwölften Schlag fällt

Das Beil den Stamm von Zweigen befreit

Die Säge den Stamm zerkleinert


In der dinglichen Welt

Der nasse Pinsel die Farbe an der Wand zurücklässt

Die vom Pinsel verlassen vertrocknet geschwind

Weil die lodernde Astgabel den Raum erhitzt

Während die Farbe in den Haaren des Pinsels erstarrt


In der dinglichen Welt

Der kalte Schweiß übel riecht

Das Bild jetzt am Nagel hängt

Die Made über den Boden kriecht

Unbemerkt vom Mann, der auf dem Sofa liegt


In der dinglichen Welt beim zehnten Schlag

Kein Gedanke Gemüter erregt

Kein zärtliches Wort ein Herz bewegt

Keine misslungene Zeile die Welt zerstört


Während der Mann mit dem Hammer, dem Pinsel, der Axt,

Dem Beil und der Säge die dingliche Welt versehrt

Der die virtuelle heimlich den Krieg erklärt

Der Mann Zerstreuung suchend das Messer wetzt

Bis die Drohne dem Treiben ein Ende setzt.


Teilen Sie Ihre Gedanken mit uns

© 2024 The Essay Collective. Alle Rechte vorbehalten.

bottom of page